Dominik Friedrich

Über Dominik

Müsste man den gebürtigen Braunschweiger Musiker in eine stilistische Schublade stecken, wäre es vielleicht Singer-Songwriter. Seine überragende Virtuosität an der Gitarre sowie seine kulturübergreifende Vielseitigkeit sprengen allerdings diesen Rahmen. „Ich versuche in jedem Stück etwas wirklich Neues zu schaffen, immer an meine Grenzen zu gehn“, meint Dominik dazu.

Aufgewachsen in einer musikalischen Familie konnte Dominik es kaum erwarten, nach seinem Abitur das Studium am Music College Hannover mit dem Hauptfach E-Gitarre zu beginnen. „Ich hatte mehrmals ernsthaft überlegt, die Schule abzubrechen, um sofort loszulegen, bin aber froh, das Abitur doch gemacht zu haben. Meine experimentelle Spielweise hätte sich wohl sonst nicht so entwickelt“ meint Dominik dazu. Hier entdeckt er seine Liebe für klassische Gitarre, Jazz und Musik anderer Kulturen. „Ich habe tagelang nichts Anderes gehört als Umm Kulthum und irgendwelche Oud-Spieler. Immer wenn ich diese Musik hörte, hatte ich sofort Bilder von arabischen Wüsten, Karawanen, Basaren, Menschen mit schönen Turbanen“.

Nach einem sehr erfolgreichen Zwischenprüfungskonzert wurde wieder der Wunsch laut, nach Dresden zu gehen, um an der dortigen Musikhochschule und Künstlerschmiede für Akustikgitarristen zu studieren. Dank einer intensiven Vorbereitungsphase gelang dieser Schritt in den einzigen Studiengang dieser Art deutschlandweit und darüber hinaus.

Hier will sich Dominik überwiegend auf eigene Kompositionen und Lieder konzentrieren.

„Ich war lange auf der Suche und habe mich von jeder Musik, die ich neu entdeckte, in den Bann ziehen lassen. Ich bin mal nach Wien gefahren, um mich intensiver mit Operngesang auseinanderzusetzen. Damals bereitete ich mich parallel zu meinem Gitarrenstudium auf eine Aufnahmeprüfung für klassischen Gesang vor.

Nach erfolgreichem Abschluss am College zog es Dominik nach Rostock, um hier ein Studium für akustische Gitarre und Weltmusik anzufangen. Er vertiefte seine Fähigkeiten in Klassik, Fingerstyle und Musik anderer Kulturen. So spielte er einmal bei einem Projekt mit überwiegend syrischen Mitmusikern beim Festival junger Künstler in Bayreuth. Mehrere Projekte dieser Art folgten, immer eine andere Musikkultur präsentierend. In den Semesterferien war der Klangreisende zumeist im Ausland, um die jeweilige Musik am Entstehungsort kennenzulernen und zu erlernen. In Andalusien Flamenco, in Südfrankreich Baskische Musik und in Griechenland überwiegend Kretische Folklore. „Die Landschaft, die Mentalität der Menschen, religiöse Vorstellungen, das Klima, die Sprache – einfach alles, was eine Kultur ausmacht, ist in ihrer Musik zu finden und wenn ich sie höre, wird das alles lebendig“, schwärmt Dominik.

Es war auch hier, dass Dominik ein einschneidendes Erlebnis hatte.

Durch einen schweren Unfall sah sich Dominik plötzlich mit Themen jenseits der „Künstlerblase“ konfrontiert. Es folgte eine schwere Zeit der Suche nach sich selbst, einer Suche nach Sinn und Halt. „Plötzlich gab es Gedanken und Zweifel, die einfach raus mussten. Mit Flamenco und klassischem Gesang konnte ich das nicht ausdrücken, es war nicht meins.“ Und so begann Dominik nach langer Pause wieder eigene Stücke zu schreiben.

Dort habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass es viel Musik gibt, die unglaublich wertvoll ist, aber dass diese Musik mich nicht braucht. Es gibt genug Leute, die das besser machen als ich. Was in mir liegt, kann aber keiner so gut zeigen wie ich und seit dieser Erkenntnis ist für mich klar, wohin diese Reise geht. Es wird eine Reise zu mir selbst.”